Hannover. „Früher erkennen, verbindlicher fördern, gerechter starten – wir legen heute einen Gesetzentwurf vor, damit Kinder in Niedersachsen besser vorbereitet in die Schule starten“, erklärt Sophie Ramdor, stellvertretende bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion. „Sprache ist die Grundvoraussetzung für Bildungserfolg. Kein Kind darf an der Grundschule scheitern, weil zu spät erkannt wurde, dass es sprachliche Unterstützung braucht.“
Mit dem Gesetzentwurf sollen verbindliche Sprachstandserhebungen bereits im vorletzten Jahr vor der Einschulung eingeführt werden. „Wir wollen nicht warten, bis Probleme in der ersten Klasse sichtbar werden. Wenn ein Kind die sprachlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulstart noch nicht mitbringt, muss es rechtzeitig, gezielt und verpflichtend Förderung erhalten“, so Ramdor.
Kern des Vorschlags seien klare Zuständigkeiten und verbindliche Folgen sowie eine Verzahnung von Kita und Schule wie in anderen Bundesländern: Die Grundschulen sollen die Sprachstandserhebung landesweit einheitlich durchführen, Kitas mitwirken und Eltern verbindlich einbezogen werden. Die Sprachförderung findet in den Kitas statt. „Das schafft Verlässlichkeit statt Flickenteppich. Es geht ausdrücklich nicht um Ausgrenzung, sondern um faire Startchancen“, betont Ramdor. „Wer Bildungsgerechtigkeit ernst meint, darf sprachliche Defizite nicht erst beklagen, wenn Kinder längst im System sind.“
Ramdor kritisiert die Landesregierung deutlich: „Die bisherigen Angebote sind zu unverbindlich, zu uneinheitlich und zu spät.“ Selbst der Ministerpräsident habe Anfang des Jahres gefragt, ob Sprachförderung nicht früher ansetzen müsse. „Wenn die Landesregierung das ernst meint, müssen sie unserem Gesetzentwurf zustimmen. Alles andere wäre ein weiteres Wegducken vor einem zentralen Bildungsproblem in Niedersachsen.“