„Sexualisierte Gewalt gegen Frauen findet überall statt – im Privaten, im Beruf, in der Öffentlichkeit und längst auch im Digitalen. Zu oft wird weggeschaut. Zu oft werden Betroffene allein gelassen. Zu oft kommen Täter davon. Damit muss endlich Schluss sein.
Mit der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz entstehen neue Formen von Gewalt. Deepfakes, etwa manipulierte pornografische Darstellungen, werden gezielt eingesetzt, um Frauen zu demütigen, einzuschüchtern und aus dem öffentlichen Raum zu drängen. Diese Form der digitalen Gewalt hat reale Auswirkungen und kann für Betroffene schwerwiegende psychische und soziale Folgen haben.
Unser Recht wird dieser Entwicklung bislang nicht gerecht. Es gibt in Deutschland keinen eigenständigen Straftatbestand für digitale Gewalt. Bestehende Regelungen wie Identitätsfälschung oder Verleumdung greifen häufig zu kurz und bieten keinen ausreichenden Schutz.
Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt. Es braucht klare strafrechtliche Regelungen für Deepfakes und digitale sexualisierte Gewalt. Es braucht besseren Schutz und Unterstützung für Betroffene. Und es braucht eine konsequente Verfolgung der Täter.
Dazu gehört auch, dass Ermittlungsbehörden endlich die notwendigen Instrumente an die Hand bekommen. Die Speicherung von IP-Adressen ist ein entscheidender Baustein, um Täter im digitalen Raum überhaupt identifizieren und zur Verantwortung ziehen zu können. Wer Straftaten im Internet begeht, darf sich nicht länger hinter Anonymität verstecken können.
Wir brauchen Gesetze, die mit der technologischen Entwicklung Schritt halten und Betroffene effektiv schützen. Für jede Frau. Für jede Betroffene und jeden Betroffenen.“