Fühner: Bildungsdefizite gefährden Ausbildung in Niedersachsen

„Die Ergebnisse der Umfrage zur Ausbildungssituation 2026 sind ein echter Weckruf für Niedersachsen: Die Betriebe sind ausbildungsbereit, aber sie finden immer häufiger nicht die passenden Bewerberinnen und Bewerber. Wenn 62,6 % der Unternehmen eine sinkende Bewerberqualität melden und 46,2 % Ausbildungsstellen trotz aktiver Suche nicht besetzen können, dann ist das nicht nur ein Problem des Arbeitsmarktes – das ist vor allem ein Bildungs- und Übergangsproblem.

Besonders alarmierend ist, dass Unternehmen zu Beginn der Ausbildung immer häufiger Nachholbedarf bei sozialen Kompetenzen (79,5 %) und bei Sprache/Lesen/Schreiben (54,4 %) feststellen. Dass 77,6 % der Betriebe bereits eigene Unterstützungsprogramme aufbauen, zeigt: Die Wirtschaft fängt auf, was Schule und Bildungspolitik nicht konsequent genug absichern.

Wir brauchen jetzt einen klaren Kurs: frühere und verbindliche Sprachförderung, mehr Fokus auf Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik, und eine deutlich stärkere Berufsorientierung mit Praxisbezug und verlässlichen Kooperationen zwischen Schulen, berufsbildenden Schulen und Betrieben. Wer Fachkräfte will, muss dafür sorgen, dass junge Menschen die Schule ausbildungsreif verlassen – und dass Betriebe wieder ausbilden können, ohne zuerst Grundsätzliches nachholen zu müssen.“